Samstag, 8. Dezember 2012

Prolog Teil 2


Prolog Teil 2 Mit einem mal sah der Alte auf. Sein Gesichtsausdruck war nun konzentriert und musternd. Er schnaufte einmal kurz resigniert durch, bevor er sprach.
Du wirst wohl nie Ruhe geben, junger Knabe. Lass einen alten Herrn wie ich es bin für diesen Tag seinen Gedanken nachhängen, dann werde ich dir eine Geschichte erzählen. Bei Anbruch der Dämmerung wirst du mich in meiner Scheune antreffen können.“, murrte er rau und schlenderte weiter. Er räusperte sich und war plötzlich wieder der alte Greis, den er vorgab zu sein.
Kinder schreckte der Geschichtenerzähler durch dieses Vorgehen ab. Er hatte bereits eine gewisse Übung darin.
Der Junge, Sohn des Schmiedes Barrek, schaute ihm noch lange nach, bis er aus der Gasse verschwunden war. Jegor lächelte zufrieden. Er fragte sich, welcher Geschichte er diesmal würde lauschen dürfen.
Irgendwann, als der Tag sich dem Ende zuneigte, die Sterne ganz eben am Horizont ihr Licht entfachten und der Mond zunehmend stärkere Konturen auf dem Nachthimmel abzeichnete, lief er zu der vertrauten Scheune. Ihm kam es vor, als würden sich Mythen um sie selbst schlängeln, doch die Geschichten kamen alle niemals von hierher. Stets spielten ihre Handlungen in weit entfernten Ländern und in dessen längst vergessenen Städten. Eigentlich wusste er nie genau, welche Orte gemeint waren. Vermutlich war es ihm auch egal.
An jenem Abend war die Geschichte sehr kurz, doch umso packender:

Leise Wacht,
Stumme Aufmerksamkeit,
In der Ferne: Leise Stimmen,
Des Wächtersstarre fällt.

Mit einem markerschütterndem Schrei rannte ein von Grauen gefasster Mann in den Wald. Es war der Wächter der Torpforte. Ein gut gebauter Mann mit buschigem Vollbart, man mochte ihn in jener Stadt, die weit von seinen Nachbarn entfernt lag.
Eine beträchtliche Anzahl von Menschen versammelte sich wenige Augenblicke später an dem stählernen Stadttor. Es galt das merkwürdige Schauspiel zu ergründen.
Was sich ihnen jedoch bot, war weder aufklärend, noch entfernt verständlich, denn dort lag lediglich ein Brief vor ihnen auf dem Boden.
Wie vom Winde hergetragen lehnte das kleine versiegelte Stück Pergament innerhalb der Stadtmauern an dem grauen Stein. Eine verschnörkelte aber ordentliche Handschrift zierte es mit einer blassblauen Tinte.
Man schnitt es auf, um an dem Schicksal ihres Torwächters teilhaben zu können.
Einige hoffnungsvolle Gesichter schauten aufmerksam den Vorleser an:

Kreaturen, der Ihr seit auf der anderen Seite, seid gegrüßt,

euer Mann von diesem Ort eilt zu uns, wir werden ihm Kund tun, was uns beschäftigt.
Seit wachsam, schwere Zeiten brechen heran, eine ausführliche Erklärung folgt in Kürze,

Ursol Quers

Jahrhunderte später;
Ein Junges Helden-Quartett:
Wachen über die Lande.
Die Hoffnung wird sein;
Ewiger Friede lasse uns verein'.“

Diese merkwürdigen Worte teilten ihnen jedoch zu ihrer Enttäuschung nicht das mit, was sie sich erhofft hatten. Aus diesem Grund suchten sie jemanden auf. Ein kleiner Teil der Menschen, die rings um das Pergament gestanden hatten, klopften nun an einer robusten Tür. Dort wohnte der Mann, in deren Händen sie ihre Hoffnung nun legten, denn sie berichteten ihm das Geschehnis und übergaben ihm das Stück Pergament. Er las es sich durch, packte ein paar Brote in seine Manteltaschen und brach auf, um den Vermissten zu suchen.
Beide Männer sind seither nie wieder aufgetaucht.
Weder eine ausführliche Erklärung von dem rästselhaften Ursol Quers, noch etwas anderes wurde ihnen übermittelt.“
Fortsetzung folgt..

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