Prolog Teil 3 Doch
wie die Jahre zuvor, so strichen auch die nächsten Jahre unbeirrt
ins Land. Die Zeit rann dahin und mit ihr das Alter. Das Dorf machte
den Anschein, als würde es noch viele Jahrhunderte genau so
weiterleben, doch dies galt nicht für die Bürger. Die Familie des
Schmieds Barrek packte eines Tages einen Karren voll, um nach Mövum
zu fahren. Eine Großstadt, die zunehmend wuchs und gut gedieh, das
hatten einige Reisende erzählt, die aus dieser Richtung gekommen
waren. Es soll die neue Hauptstadt werden, denn der König residierte
nun dort, sagte man.
Warum
er eine komplett neue Stadt aufgebaut hatte, wusste wohl niemand zu
beantworten.
Der
Vater des Burschen erhoffte sich in Mövum mehr Kundschaft, die
vereinzelt auch aus dem höhreren Stand kommen könnte.
Wenn
sie sich erstmal in dieser wachsenden Stadt niederließen, könnten
sie sich ein gutes Geschäft mit ihren Waren aufbauen, denn die
Neuigkeiten waren vielversprechend: In einer angehenden Hauptstadt
waren Schmiede gut zu gebrauchen, denn eine Stadtwache brauchte
Waffen und Rüstungsteile. Nicht zuletzt brauchten Bäcker
Backinstrumente, Bader Operationswerkzeuge und Schreiner Hämmer. Ein
guter Schmied war ein stets angesehener Mann, und da er sein Handwerk
bis zur Perfektion beherrschte, machte er sich keine allzu großen
Sorgen um ihr zukünftiges Leben.
Kurz
bevor sie einige Tage später von dem gesamten Dorf verabschiedet
wurden und mit einem Karren auf eine holprige Straße fuhren, dachte
der Junge noch einmal über jene Geschichte nach, die er vor einigen
Jahren von dem Alten gehört hatte. Es war die letzte Geschichte des
Alten gewesen, denn kurz darauf hatte auch er sich, wie sie es nun
taten, auf eine Reise begeben. Er wolle sich selbst ergründen. Mit
diesen Worten hatte er sich auf den Weg gemacht.
Doch
diese eine Geschichte war ihm seither nie aus dem Kopf gegangen. Er
hatte sie sich sogar aufgeschrieben, so gut er es aus seinen
Erinnerungen nacherzählen konnte.
Es
war die letzte Erzählung, die ihm Geschichtenerzähler Blavis
erzählt hatte und es war die beste. Ein Mythos, so wie eine gute
Geschichte sein musste. Eine Geschichte, die es in sich hatte, und
ihn besonders auf der bevorstehenden Reise begleiten würde.
Geschichten hatten nämlich seit Anbeginn seiner Zeit sein Leben
begleitet. Auf dieser Reise wollte er noch einmal über diese
Geschichte nachdenken.
Fortsetzung folgt..
Copyright liegt bei Lars Fiege Das verbreiten dieses Textes ohne Herkunftsangabe ist verboten.
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